Zum Hauptinhalt springen
HausEnergieKompass

PV Anlage Kosten Österreich 2026

Redaktion HausEnergieKompass Zuletzt geprüft: Quellen: 8

Eine eigene Photovoltaikanlage senkt die Stromrechnung, kostet aber zunächst einiges. In Österreich haben sich die Rahmenbedingungen seit 2025 deutlich verändert: Der Nullsteuersatz ist ausgelaufen, der Marktpreis für eingespeisten Strom schwankt von Monat zu Monat. Dieser Beitrag zeigt, welche Kosten anfallen, was Einspeisung und Eigenverbrauch bringen und wie sich das in einem Beispiel rechnet. Alle Angaben mit Stand 5. Oktober 2026.

Ihre eigene Anlage rechnen Sie mit dem PV-Rentabilitätsrechner Österreich durch.

PV Anlage Kosten Österreich: Anschaffung und Umsatzsteuer

Eine amtliche Preisliste für Photovoltaikanlagen gibt es in Österreich nicht. Was eine Anlage kostet, hängt von Größe, Dach, Montage, Wechselrichter und Zählerplatz ab. Holen Sie deshalb mindestens zwei Angebote ein und vergleichen Sie den Preis pro kWp, jeweils mit Umsatzsteuer.

Zu den PV Anlage Kosten Österreich gehören neben Modulen und Wechselrichter auch Unterkonstruktion, Montage, Verkabelung, eine allfällige Anpassung des Zählerplatzes und die Inbetriebnahme. Ein Gerüst oder Arbeiten am Dach kommen je nach Gebäude dazu. Achten Sie darauf, dass das Angebot diese Posten einzeln ausweist, damit Sie Angebote vergleichen können.

Bei den PV Anlage Kosten Österreich ist die Steuer der größte Unterschied zu den Vorjahren. Von 2024 bis Anfang 2025 waren Lieferung und Installation von Photovoltaikmodulen bei Anlagen bis 35 kWp von der Umsatzsteuer befreit. Laut Bundesministerium für Finanzen hat sich das geändert:

ZeitraumUmsatzsteuer auf Module und Installation
bis 31. März 2025Nullsteuersatz (bis 35 kWp, unter weiteren Voraussetzungen)
bis 31. Dezember 2025Nullsteuersatz nur noch bei Verträgen, die vor dem 7. März 2025 geschlossen wurden
ab 2026Normalsteuersatz von 20 %

Stand: BMF, Steuersatz für Photovoltaikmodule, Budgetsanierungsmaßnahmengesetz 2025 (BGBl. I Nr. 7/2025), letzte Aktualisierung 1. Jänner 2026; geprüft am 5. Oktober 2026.

Auch Wartungsverträge unterliegen laut BMF weiterhin dem Normalsteuersatz von 20 %. Bei einem Angebot, das noch netto kalkuliert ist, rechnen Sie also ein Fünftel dazu.

Förderung

Der Bund unterstützt neue Anlagen und Stromspeicher mit dem Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz. Er wird in Fördercalls vergeben; der dritte Call 2026 läuft laut EAG-Abwicklungsstelle vom 8. bis 22. Oktober 2026. Bestellen und mit den Arbeiten beginnen dürfen Sie seit 2024 schon vor dem Antrag, der erste gültige Förderantrag muss aber vor der Inbetriebnahme der Anlage eingereicht sein. Für Anlagen bis 10 kWp nennt die Abwicklungsstelle 150 € pro kWp, höchstens jedoch 30 % der förderfähigen Kosten. Wie hoch er ist und wann der nächste Call läuft, erklärt der Beitrag zum EAG-Investitionszuschuss. Manche Länder und Gemeinden fördern zusätzlich; fragen Sie dort vor der Bestellung nach, denn deren Regeln können strenger sein. Förderbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die Unterlagen der Förderstelle zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Einspeisetarif PV Österreich: Wer zahlt für Ihren Strom?

Für den Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, gibt es in Österreich keinen gesetzlich festen Einspeisetarif für neue Anlagen. Sie haben mehrere Möglichkeiten:

  • Stromhändler oder Energieversorger: Viele bieten eigene Einspeisetarife an, fix oder an den Börsenpreis gekoppelt. Bedingungen und Laufzeiten unterscheiden sich stark.
  • OeMAG zum Marktpreis: Die Abwicklungsstelle für Ökostrom nimmt Strom aus Anlagen unter 500 kWp ab. Voraussetzungen sind eine Netzzusage mit Einspeisezählpunkt und alle nötigen Anzeigen und Bewilligungen.
  • Energiegemeinschaft: Sie können Strom an Nachbarn oder Mitglieder einer Energiegemeinschaft liefern. Wie das funktioniert, zeigt der Beitrag Energiegemeinschaft gründen.

OeMAG Marktpreis 2026

Die OeMAG ermittelt den Marktpreis seit 2024 monatlich und im Nachhinein. Ausgangspunkt ist der mengengewichtete Monatsmittelwert der Day-Ahead-Stundenpreise. Der Preis ist nach oben durch den Quartalsmarktpreis der E-Control begrenzt und nach unten durch 60 % davon. Abgezogen wird jeweils der Aufwand für Ausgleichsenergie, 2026 für Photovoltaik 0,408 ct/kWh.

Monat 2026Marktpreis Photovoltaik
Jänner8,842 ct/kWh
Februar8,457 ct/kWh
März5,720 ct/kWh
April6,772 ct/kWh
Mai6,772 ct/kWh
Juni6,772 ct/kWh
Juli6,146 ct/kWh
August8,997 ct/kWh
September10,168 ct/kWh

Stand: OeMAG, Marktpreise 2026, Werte für Photovoltaik und andere Energieträger außer Windkraft; abgerufen am 5. Oktober 2026.

Von April bis Juli griff die Untergrenze von 60 % des Quartalsmarktpreises. Gerade in den sonnenreichen Monaten war der Preis damit niedriger als im Winter. Der einfache Mittelwert von Jänner bis September liegt bei rund 7,63 ct/kWh. Er ist nicht nach Ihrer Erzeugung gewichtet; weil eine Anlage im Sommer am meisten liefert, kann Ihr tatsächlicher Durchschnitt darunter liegen.

Was selbst verbrauchter Strom wert ist

Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, müssen Sie nicht kaufen. Laut Eurostat zahlten Haushalte in Österreich mit einem Verbrauch von 2.500 bis 4.999 kWh im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 32,72 ct/kWh inklusive Steuern und Abgaben; der Wert ist von Eurostat als Schätzung gekennzeichnet. Ihr eigener Preis steht auf der Stromrechnung.

Damit ist selbst verbrauchter Strom rund drei- bis fünfmal so viel wert wie eingespeister. Den Eigenverbrauch erhöhen Sie, indem Sie Geräte mittags laufen lassen, eine Wärmepumpe mit Solarstrom betreiben oder ein Elektroauto tagsüber laden. Für den Heizungstausch gibt es eigene Programme, die der Beitrag zur Heizungsförderung in Österreich zusammenfasst.

PV Anlage Rentabilität Österreich: Rechenbeispiel

Annahmen: Einfamilienhaus in Wien; Anlage 10 kWp Süd, 35 Grad Neigung, Ertrag nach PVGIS (Datenbank SARAH3, 14 % Systemverluste) 11.748 kWh pro Jahr; Anschaffung 15.000 € inklusive 20 % Umsatzsteuer (angenommener Angebotspreis, keine amtliche Zahl); Verbrauch 3.500 kWh, davon 1.400 kWh direkt aus der Anlage (Annahme); Strompreis 32,72 ct/kWh (Eurostat); Einspeisung zum OeMAG-Marktpreis, Mittelwert Jänner bis September 2026 von 7,63 ct/kWh; ohne Förderung, Wartung, Preisänderungen und Alterung.

  1. Eigenverbrauch: 1.400 kWh × 0,3272 €/kWh = 458,08 €
  2. Einspeisung: (11.748 − 1.400) kWh = 10.348 kWh × 0,0763 €/kWh = 789,55 €
  3. Ertrag pro Jahr: 458,08 € + 789,55 € = 1.247,63 €
  4. Amortisation: 15.000 € ÷ 1.247,63 € = rund 12,0 Jahre

Wie stark der Marktpreis das Ergebnis bewegt, zeigt die Tabelle:

EinspeisepreisErtrag pro JahrAmortisation ohne Förderungmit 1.500 € Investitionszuschuss
5,72 ct/kWh (März 2026)1.049,99 €rund 14,3 Jahrerund 12,9 Jahre
7,63 ct/kWh (Mittel Jänner bis September)1.247,63 €rund 12,0 Jahrerund 10,8 Jahre
10,168 ct/kWh (September 2026)1.510,26 €rund 9,9 Jahrerund 8,9 Jahre

Stand: eigene Berechnung mit PVGIS (Abruf 5. Oktober 2026), Eurostat und OeMAG; Zuschuss im Beispiel 150 € pro kWp für 10 kWp laut EAG-Abwicklungsstelle; geprüft am 5. Oktober 2026.

Die Einspeisung von 10.348 kWh liegt im Beispiel unter der Grenze von 12.500 kWh, die Einkünfte daraus sind also steuerfrei. Der Eigenverbrauchsanteil liegt bei rund 12 % der Erzeugung. Mit einem Speicher, einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto steigt er und die Rechnung wird unabhängiger vom Marktpreis.

Steuern auf den eingespeisten Strom

Der PV-Erlass des BMF vom 30. Juli 2025 fasst die steuerliche Behandlung zusammen:

  • Steuerfreibetrag: Einkünfte natürlicher Personen aus der Einspeisung von bis zu 12.500 kWh pro Jahr sind steuerfrei, wenn die Anlage höchstens 35 kWp Engpassleistung und 25 kWp Anschlussleistung hat (§ 3 Abs. 1 Z 39 EStG 1988). Maßgeblich ist die Modulspitzenleistung, nicht der Wechselrichter.
  • Über 12.500 kWh: Die Befreiung gilt anteilig wie ein Freibetrag. Gehört die Anlage mehreren Personen, steht der Freibetrag jeder Person zu.
  • Nutzungsdauer: Für die Abschreibung geht der Erlass von 20 Jahren aus.
  • Volleinspeisung: Wer den gesamten Strom verkauft, erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb; auch dafür gilt der Freibetrag.

Für Ihren Einzelfall ist das Finanzamt zuständig; dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung.

Anschluss und Anmeldung

Für eine Dachanlage brauchen Sie einen Netzzugang beim Netzbetreiber. Er prüft, ob und mit welcher Leistung Sie einspeisen dürfen, und richtet einen Einspeisezählpunkt ein. Erst mit dieser Zusage können Sie einen Abnahmevertrag mit der OeMAG oder einem Stromhändler schließen. Für steckerfertige Anlagen bis 800 W gilt ein vereinfachtes Verfahren, das der Beitrag zum Balkonkraftwerk in Österreich beschreibt.

Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto

Weil eingespeister Strom 2026 deutlich weniger bringt als zugekaufter, lohnt sich jede Maßnahme, die den Eigenverbrauch erhöht. Ein Batteriespeicher verschiebt Mittagsstrom in den Abend. Er kostet zusätzlich. Der Investitionszuschuss fördert Speicher nur gemeinsam mit einer Photovoltaikanlage: 150 € pro kWh nutzbarer Kapazität, mindestens 0,5 kWh pro kWp und höchstens 50 kWh; eine Erweiterung bestehender Speicher wird nicht gefördert. Rechnen Sie ihn getrennt: Sein Nutzen pro Kilowattstunde ist die Differenz aus Ihrem Strompreis und dem Einspeisepreis, im Beispiel also rund 32,72 minus 7,63 ct/kWh.

Eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto erhöht den Verbrauch im Haus und damit den Anteil, den die Anlage selbst deckt. Im Winter liefert die Anlage allerdings wenig, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht. Prüfen Sie deshalb mit Ihrem Verbrauchsprofil, wie viel Solarstrom tatsächlich ins Haus geht.

Häufige Fehler

  • Netto- und Bruttopreise mischen: Seit 2026 kommen auf Module und Montage 20 % Umsatzsteuer.
  • Mit einem festen Einspeisetarif rechnen: Der OeMAG-Marktpreis ändert sich jeden Monat; Händlertarife haben eigene Bedingungen.
  • Förderung zu spät beantragen: Beim Investitionszuschuss muss der erste Antrag vor der Inbetriebnahme eingereicht sein; wer erst danach einreicht, geht leer aus.
  • Eigenverbrauch überschätzen: Ohne Speicher nutzt ein Haushalt meist nur einen kleinen Teil des Mittagsstroms.
  • Selbst an der Anlage arbeiten: Arbeiten an der Hausinstallation gehören in die Hand von Fachbetrieben.

Checkliste vor der Bestellung

  1. Dach und Verbrauch prüfen: Ausrichtung, Verschattung, Zustand des Dachs und Ihr Stromverbrauch über den Tag.
  2. Angebote vergleichen: Preis pro kWp mit 20 % Umsatzsteuer, Montage, Wechselrichter und Zählerplatz.
  3. Förderung rechtzeitig: Investitionszuschuss spätestens vor der Inbetriebnahme beantragen, Landesförderungen nach deren Regeln.
  4. Netzzugang anfragen: Netzbetreiber früh kontaktieren.
  5. Abnehmer wählen: OeMAG-Marktpreis, Händlertarif oder Energiegemeinschaft vergleichen.
  6. Steuer klären: Einspeisemenge im Blick behalten, wenn Sie nahe an 12.500 kWh kommen.

Fazit zu Photovoltaik in Österreich

Eine Photovoltaikanlage kostet in Österreich seit 2026 wieder 20 % Umsatzsteuer, dafür sind Einkünfte aus bis zu 12.500 kWh Einspeisung steuerfrei. Der OeMAG-Marktpreis schwankte 2026 zwischen 5,720 und 10,168 ct/kWh, Eigenverbrauch ist deutlich mehr wert. Im Beispiel amortisiert sich eine Anlage mit 10 kWp in rund 9,9 bis 14,3 Jahren. Rechnen Sie Ihren Fall mit dem PV-Rentabilitätsrechner Österreich durch. Zuständig sind Ihr Netzbetreiber für den Anschluss, die OeMAG für die Abnahme zum Marktpreis, die EAG-Abwicklungsstelle für den Investitionszuschuss und das Finanzamt für steuerliche Fragen.

Häufige Fragen (FAQ)

Gilt für Photovoltaikanlagen in Österreich noch der Nullsteuersatz?

Nein. Laut BMF endete der Nullsteuersatz grundsätzlich mit 31. März 2025. Bis 31. Dezember 2025 galt er nur noch für Verträge, die vor dem 7. März 2025 geschlossen wurden. Für Lieferungen und Installationen in 2026 gilt der Normalsteuersatz von 20 %.

Wie hoch ist der OeMAG-Marktpreis?

Die OeMAG ermittelt ihn monatlich im Nachhinein. Für Photovoltaik lag er 2026 zwischen 5,720 ct/kWh im März und 10,168 ct/kWh im September. Er ist nach oben durch den Quartalsmarktpreis der E-Control und nach unten durch 60 % davon begrenzt.

Muss ich Einkünfte aus der Einspeisung versteuern?

Einkünfte natürlicher Personen aus der Einspeisung von bis zu 12.500 kWh pro Jahr sind steuerfrei, wenn die Anlage höchstens 35 kWp Engpassleistung und 25 kWp Anschlussleistung hat (§ 3 Abs. 1 Z 39 EStG 1988). Darüber gilt die Befreiung anteilig als Freibetrag.

Gibt es eine Förderung für Photovoltaik in Österreich?

Ja, den Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, der in Fördercalls vergeben wird. Daneben gibt es Förderungen von Ländern und Gemeinden. Details zum Bundeszuschuss erklärt unser Beitrag zum EAG-Investitionszuschuss.

Amtliche Quellen & Belege

War dieser Ratgeber hilfreich?

Ihre anonyme Rückmeldung hilft unserer Fachredaktion, die Inhalte kontinuierlich zu verbessern.