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HausEnergieKompass

Wärmepumpe Kosten: Einbau und Betrieb

Redaktion HausEnergieKompass Zuletzt geprüft: Quellen: 7

Wer über eine Wärmepumpe nachdenkt, will vor allem eines wissen: Was kostet sie einmalig, und was kostet sie jedes Jahr? Die Antwort setzt sich aus drei Teilen zusammen: Anschaffung mit Einbau, Förderung und Betrieb. In diesem Beitrag zerlegen wir die Wärmepumpe Kosten in diese Bausteine, zeigen mit amtlichen Strompreisdaten und Effizienzwerten aus Studien, wie Sie den Stromverbrauch pro Jahr abschätzen, und rechnen ein Einfamilienhaus vollständig durch. Am Ende können Sie Angebote besser vergleichen und einschätzen, welche Stellschrauben Ihre laufenden Kosten am stärksten beeinflussen.

Ihre eigenen Zahlen können Sie mit dem Rechner für Wärmepumpen-Kosten und Ersparnis durchspielen.

Woraus sich die Wärmepumpe Kosten zusammensetzen

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. Die Kosten fallen deshalb anders an als bei einer Gas- oder Ölheizung: Die Investition ist meist höher, der Brennstoff ist Strom, und wie viel davon nötig ist, hängt stark von Gebäude und Planung ab.

KostenblockWas dazugehörtWovon er abhängt
Anschaffung und EinbauGerät, Speicher, Montage, Elektroanschluss, Demontage der Altanlage, hydraulischer AbgleichHeizlast, Wärmequelle, Aufstellort, Zustand der Heizungsverteilung
FörderungKfW-Zuschuss 458Eigentümerstatus, Alter der Altheizung, Einkommen, Antragsdatum
BetriebStrom für Heizung und WarmwasserWärmebedarf, Jahresarbeitszahl, Strompreis
Wartung und NebenkostenWartung, Reparaturen, Messstellenbetrieb für einen separaten ZählerVertrag, Gerätetyp

Stand: eigene Zusammenstellung; geprüft am 5. Oktober 2026.

Betroffen sind alle, die eine Heizung ersetzen oder neu bauen. Für den Heizungstausch im Bestand kommt hinzu, dass das Gebäudemodernisierungsgesetz seit dem 29. Juli 2026 neue Gas- und Ölheizungen an einen steigenden Anteil biogener Brennstoffe bindet. Wer Kosten vergleicht, sollte deshalb nicht nur Anschaffungspreise nebeneinanderlegen, sondern die Kosten über die Nutzungsdauer.

Wärmepumpe Kosten mit Einbau: was in einem Angebot stehen sollte

Für die Kosten von Gerät und Einbau gibt es keine amtliche Preisliste. Preise unterscheiden sich nach Region, Hersteller, Leistung und Aufwand vor Ort. Wir nennen deshalb keine Spannen aus Portalen, sondern zeigen, welche Positionen ein vollständiges Angebot enthalten sollte. Nur so lassen sich Angebote vergleichen.

Checkliste für ein vergleichbares Angebot

  • raumweise Heizlastberechnung als Grundlage für die Gerätegröße
  • Wärmepumpe mit Leistungsangabe und Angabe des Herstellungsorts
  • Warmwasser- und gegebenenfalls Pufferspeicher
  • Aufstellung: Fundament oder Wandkonsole bei Außengeräten, bei Erdwärme die Erschließung der Quelle
  • Elektroarbeiten, Zählerplatz, gegebenenfalls separater Zähler
  • Anpassung oder Austausch einzelner Heizkörper, wenn die Heizlastberechnung das ergibt
  • hydraulischer Abgleich mit Nachweis
  • Demontage und Entsorgung der Altanlage
  • Inbetriebnahme, Einweisung und Gewährleistung

Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe entfällt die Erschließung einer Erdsonde oder eines Kollektors, was sie in der Anschaffung meist günstiger macht. Dafür arbeitet sie im Winter weniger effizient. Bei der Erdwärmepumpe kostet die Bohrung oder der Kollektor zusätzlich. Ob für eine Bohrung eine Genehmigung nötig ist, klären Sie vorab mit der zuständigen Behörde.

Fragen Sie bei jeder Position nach, ob sie im Preis enthalten ist. Fehlt etwa die Heizlastberechnung, ist das Gerät womöglich zu groß gewählt; das erhöht den Preis und kann die Effizienz senken. Fehlt der hydraulische Abgleich, gefährdet das die Förderung, denn das KfW-Merkblatt 458 verlangt eine Optimierung des Heizsystems, in der Regel durch den Abgleich.

Was die KfW-Förderung vom Preis übernimmt

Die KfW bezuschusst den Heizungstausch mit 30 % Grundförderung, dazu kommen für selbstnutzende Eigentümer der Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit 16 % und ein Einkommensbonus; insgesamt höchstens 70 %, bei niedrigem Einkommen 80 %. Angerechnet werden für die erste Wohneinheit höchstens 28.000 € Kosten. So steht es im Merkblatt 458, gültig ab 24. September 2026. Ab dem 1. Februar 2027 sinken der Bonus und der Höchstbetrag schrittweise.

Für die Kostenrechnung zählt der Eigenanteil. Die Tabelle zeigt ihn für angenommene Investitionskosten von 32.000 € brutto in einem Einfamilienhaus.

FallFördersatzZuschussEigenanteil
Vermietet oder ohne Boni30 %8.400 €23.600 €
Selbstnutzer, Altheizung bonusfähig, Einkommen über 50.000 €46 %12.880 €19.120 €
wie oben, Einkommen bis 50.000 €56 %15.680 €16.320 €
wie oben, Einkommen bis 30.000 €80 % (begrenzt)22.400 €9.600 €

Stand: eigene Berechnung nach Merkblatt 458, gültig ab 24. September 2026; Investitionskosten angenommen; geprüft am 5. Oktober 2026.

Wann die Boni greifen und welche Fristen gelten, erklärt ausführlich der Beitrag zur KfW-Förderung für Wärmepumpen. Förderbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die Unterlagen der Förderstelle zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Stromverbrauch pro Jahr: die Jahresarbeitszahl entscheidet

Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe folgen einer einfachen Formel: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Stromverbrauch. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage im Jahresmittel aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 3 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme.

Welche Werte in der Praxis erreicht werden, zeigen Feldmessungen und Simulationen.

QuelleGebäude und AnlageJahresarbeitszahl
Fraunhofer ISE, Messung an 77 AnlagenLuft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand, Mittelwert3,4 (Bandbreite 2,6–4,9)
Fraunhofer ISE, Messung an 77 AnlagenErdreich-Wärmepumpen im Bestand, Mittelwert4,3 (Bandbreite 3,6–5,4)
UBA, Simulation EinfamilienhausStandard-Luft-Wärmepumpe, Vorlauf/Rücklauf 55/45 °Crund 3,0
UBA, Simulation Einfamilienhauskleinere Heizkörper, Vorlauf 70 °C2,4
UBA, Simulation Einfamilienhausgrößere Heizkörper, Vorlauf 45 °C3,45
UBA, Hochrechnungneue Wärmepumpen im Gebäudebestand, Mittelwert3,1

Stand: Fraunhofer ISE, Presseinformation vom 3. November 2025 (Zusatzquelle, nicht amtlich); UBA Climate Change 11/2024; geprüft am 5. Oktober 2026.

Daraus ergibt sich der Stromverbrauch pro Jahr. Für ein Haus mit 18.000 kWh Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser:

JAZStromverbrauch pro Jahr
2,6rund 6.900 kWh
3,1rund 5.800 kWh
3,4rund 5.300 kWh
4,3rund 4.200 kWh

Stand: eigene Berechnung; Wärmebedarf angenommen; geprüft am 5. Oktober 2026.

Wie Sie Ihren Wärmebedarf schätzen

Der einfachste Weg führt über den bisherigen Verbrauch. Nehmen Sie den Gas- oder Ölverbrauch der letzten drei Abrechnungen in Kilowattstunden und multiplizieren Sie ihn mit dem Nutzungsgrad der alten Heizung; bei einem älteren Kessel rechnen wir im Beispiel mit 90 %. Genauer ist die Heizlastberechnung des Fachbetriebs, die ohnehin Grundlage der Planung sein sollte.

Betriebskosten: Strompreis, Wärmepumpentarif und Netzentgelt

Der zweite Faktor ist der Strompreis. Laut Destatis zahlten private Haushalte im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 Cent je kWh für Strom und 11,58 Cent je kWh für Erdgas. Ihr eigener Preis steht auf der Rechnung und kann deutlich abweichen.

Viele Versorger bieten eigene Wärmepumpentarife an, oft über einen separaten Zähler. Für die Netzentgelte gilt seit dem 1. Januar 2024 eine bundesweite Regel nach § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG): Neue Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung muss der Netzbetreiber anschließen, er darf ihren Bezug aber bei drohender Überlastung vorübergehend auf bis zu 4,2 kW drosseln. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt.

Modul nach § 14a EnWGWas sich ändertVoraussetzung
Modul 1pauschale Reduzierung, je nach Netzgebiet 110–190 € im Jahr (Stand 2023)keine separate Messung nötig
Modul 2Netzentgelt-Arbeitspreis sinkt auf 40 %, kein Netzentgelt-Grundpreis am separaten Zählerseparater Zähler für die Wärmepumpe
Modul 3zeitvariables Netzentgelt mit drei Preisstufen, seit April 2025nur in Kombination mit Modul 1 wählbar

Stand: Bundesnetzagentur, Seite „Steuerbare Verbrauchseinrichtungen“, Stand der Seite: 5. Oktober 2026.

Eine häufige Sorge betrifft den elektrischen Heizstab, der an sehr kalten Tagen zuheizt und Strom direkt in Wärme umwandelt. In der Feldmessung des Fraunhofer ISE übernahmen die Heizstäbe bei Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 % der elektrischen Arbeit, bei Erdreich-Wärmepumpen nahezu nichts. Das Institut weist allerdings darauf hin, dass der Messzeitraum vergleichsweise mild war. Für einen strengen Winter sollten Sie daher mit einem höheren Anteil rechnen als im Mittel der Messung.

Welche Variante sich für Sie rechnet, hängt vom Verbrauch und den Netzentgelten Ihres Netzbetreibers ab. Bei hohem Wärmepumpenverbrauch ist Modul 2 nach Angaben der Bundesnetzagentur besonders für Wärmepumpen geeignet; der zusätzliche Zähler verursacht aber eigene Kosten. Wer einen Tarif mit stündlich wechselnden Preisen erwägt, findet die Grundlagen im Beitrag zum dynamischen Stromtarif.

Rechenbeispiel: Wärmepumpe Kosten im Einfamilienhaus

Annahmen (Beispielwerte): Einfamilienhaus, Baujahr 1994, eine Wohneinheit, selbst bewohnt; bisher Gas-Zentralheizung, Baujahr 2003, mit 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr; Nutzungsgrad der Altanlage 90 %; neue Luft-Wasser-Wärmepumpe für angenommene 32.000 € brutto inklusive Einbau und hydraulischem Abgleich; KfW-Fördersatz 56 % (Fall „Einkommen bis 50.000 €“ aus der Tabelle oben); Strompreis 37,97 ct/kWh (Destatis-Durchschnitt) oder angenommene 28 ct/kWh in einem Wärmepumpentarif; Gaspreis 11,58 ct/kWh (Destatis-Durchschnitt).

Schritt 1: Wärmebedarf. 20.000 kWh × 90 % = 18.000 kWh Wärme pro Jahr.

Schritt 2: Stromverbrauch. Bei der UBA-Hochrechnung für neue Bestandsanlagen (JAZ 3,1): 18.000 kWh ÷ 3,1 = rund 5.806 kWh.

Schritt 3: Stromkosten. 5.806 kWh × 0,3797 €/kWh = rund 2.205 € pro Jahr. Mit angenommenen 28 ct/kWh: 5.806 kWh × 0,28 €/kWh = rund 1.626 €.

Schritt 4: Vergleich zur bisherigen Gasrechnung. 20.000 kWh × 0,1158 €/kWh = 2.316 € pro Jahr, ohne die CO2-Preis-Entwicklung der nächsten Jahre.

Schritt 5: Investition nach Förderung. 32.000 € − 15.680 € Zuschuss = 16.320 € Eigenanteil.

JAZStrom pro JahrKosten bei 37,97 ct/kWhKosten bei 28 ct/kWh (Annahme)
2,66.923 kWh2.629 €1.938 €
3,15.806 kWh2.205 €1.626 €
3,45.294 kWh2.010 €1.482 €
4,34.186 kWh1.589 €1.172 €

Stand: eigene Berechnung; Strom- und Gaspreis Destatis 1. Halbjahr 2026, Wärmepumpentarif und Wärmebedarf angenommen; geprüft am 5. Oktober 2026.

Wie stark der Strompreis die Rechnung verschiebt

Weil sich Strompreise ändern, lohnt ein Blick auf die Empfindlichkeit. Bei 5.806 kWh Stromverbrauch (JAZ 3,1) ergeben sich folgende Jahreskosten:

StrompreisKosten pro Jahr
30 ct/kWhrund 1.742 €
35 ct/kWhrund 2.032 €
40 ct/kWhrund 2.322 €
45 ct/kWhrund 2.613 €

Stand: eigene Berechnung; Preisstufen frei gewählt; geprüft am 5. Oktober 2026.

Jeder Cent pro Kilowattstunde macht im Beispiel also rund 58 € im Jahr aus. Steigt dagegen die JAZ um 0,3, sinkt der Verbrauch um rund 500 kWh, was bei 37,97 ct/kWh rund 190 € entspricht.

Das Beispiel zeigt zwei Dinge. Erstens liegen die Betriebskosten bei durchschnittlichem Haushaltsstrompreis und mittlerer Effizienz nur knapp unter den bisherigen Gaskosten; der Vorteil wächst mit einem günstigeren Tarif oder einer höheren JAZ. Zweitens macht die Effizienz mehr Unterschied als der Tarif: Zwischen JAZ 2,6 und 3,4 liegen bei Durchschnittspreis rund 620 € pro Jahr. Grund- und Zählerkosten, Wartung und Schornsteinfeger haben wir weggelassen; sie gehören in einen vollständigen Vergleich, den der Beitrag Wärmepumpe oder Gasheizung anstellt.

So senken Sie die Betriebskosten: was Studien zeigen

Das Umweltbundesamt hat in einer Simulationsstudie untersucht, welche Maßnahmen die Effizienz einer Wärmepumpe im Bestand am stärksten verbessern. Die Ergebnisse lassen sich direkt in Kosten übersetzen, weil der Stromverbrauch umgekehrt proportional zur JAZ sinkt.

MaßnahmeWirkung laut UBA-Studie
größere Heizkörper, Vorlauf 45 statt 55 °CJAZ 3,45 statt 3,0, rund 12 % weniger Endenergie
zu kleine Heizkörper, Vorlauf 70 °CJAZ 2,4, rund 25 % mehr Endenergie
effizienteres Gerät (besserer COP)rund 9 % weniger Endenergie
Gerät mit Mindesteffizienz nach Ökodesign-Richtlinierund 24 % Mehrverbrauch
Sole-Wärmepumpe (Erdreich) statt Luftrund 24 % weniger Endenergie
Warmwasser dauerhaft 60 °C mit Zirkulationrund 15 % mehr Wärmepumpenstrom

Stand: UBA Climate Change 11/2024, Kapitel Ergebnisse der Einzelgebäudebetrachtungen; geprüft am 5. Oktober 2026.

Übertragen auf das Beispiel: Senkt der Fachbetrieb die Vorlauftemperatur durch größere Heizkörper von 55 auf 45 °C, fällt der Stromverbrauch von 6.000 auf rund 5.217 kWh. Bei 37,97 ct/kWh sind das rund 297 € weniger im Jahr. Die Feldmessung des Fraunhofer ISE bestätigt, dass ausreichend große Heizkörper im Mittel ähnlich niedrige Temperaturen erlauben wie eine Fußbodenheizung.

Praktisch bedeutet das:

  1. Lassen Sie die Heizlast raumweise berechnen und prüfen Sie, welche Heizkörper zu klein sind.
  2. Achten Sie auf einen sauberen hydraulischen Abgleich; in Gebäuden ab sechs Wohnungen schreibt § 60c GModG ihn beim Einbau vor.
  3. Begrenzen Sie Warmwassertemperatur und Zirkulation auf das hygienisch Nötige; im Einfamilienhaus empfiehlt das UBA, eine Zirkulationsleitung stillzulegen.
  4. Lesen Sie Strom- und Wärmemengenzähler regelmäßig ab und berechnen Sie Ihre tatsächliche JAZ.

Die eigene Jahresarbeitszahl ermitteln

Ob die Planung aufgeht, sehen Sie erst im Betrieb. Viele Anlagen haben einen Wärmemengenzähler, sonst lässt er sich nachrüsten. Lesen Sie an einem festen Tag den Stromzähler der Wärmepumpe und den Wärmemengenzähler ab und wiederholen Sie das nach zwölf Monaten. Die erzeugte Wärme geteilt durch den verbrauchten Strom ergibt Ihre JAZ. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: 17.400 kWh Wärme und 5.600 kWh Strom ergeben eine JAZ von rund 3,1. Liegt Ihr Wert deutlich unter den Feldwerten, sind Heizkurve, Vorlauftemperatur und Warmwassereinstellungen die ersten Punkte, die der Fachbetrieb prüfen sollte.

Schritt für Schritt zur eigenen Kostenschätzung

Mit diesen Schritten kommen Sie zu einer belastbaren Schätzung für Ihr Haus, bevor Sie Angebote einholen:

  1. Verbrauch sammeln. Tragen Sie den Gas- oder Ölverbrauch der letzten drei Jahre zusammen und bilden Sie den Mittelwert in Kilowattstunden.
  2. Wärmebedarf schätzen. Multiplizieren Sie den Verbrauch mit einem Nutzungsgrad für die alte Heizung und notieren Sie die Annahme.
  3. JAZ-Spanne wählen. Rechnen Sie mit mindestens drei Werten, etwa 2,6, 3,1 und 3,4 für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  4. Strompreis ansetzen. Nehmen Sie Ihren eigenen Arbeitspreis und den eines Wärmepumpentarifs; fragen Sie beim Netzbetreiber nach der Höhe der Reduzierung nach § 14a EnWG.
  5. Förderung abziehen. Ermitteln Sie, welche Boni Ihnen nach dem Merkblatt 458 zustehen, und berechnen Sie den Eigenanteil.
  6. Angebote prüfen. Vergleichen Sie die Angebote mit der Checkliste oben und lassen Sie fehlende Positionen nachtragen.

Varianten: Luft, Erdreich, Altbau und Mehrfamilienhaus

Die Kosten unterscheiden sich je nach Wärmequelle und Gebäude. Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Varianten gegenüber, ohne Preise zu erfinden.

VarianteAnschaffungBetrieb
Luft-Wasser-Wärmepumpeohne Erschließung der Quelle, Außengerät braucht Aufstellplatz und SchallschutzJAZ im Feld im Mittel 3,4
Erdreich-Wärmepumpe (Sonde oder Kollektor)zusätzliche Kosten für Bohrung oder Kollektor, Genehmigungsfrage vorab klärenJAZ im Feld im Mittel 4,3
unsanierter Altbaueventuell größere Heizkörper nötighöhere Vorlauftemperatur senkt die JAZ
Mehrfamilienhaushöhere Leistung, Warmwasser oft zentral mit ZirkulationUBA-Simulation: JAZ 2,7 statt 3,0 beim kleinen MFH

Stand: Fraunhofer ISE (Zusatzquelle) und UBA Climate Change 11/2024; geprüft am 5. Oktober 2026.

Ein Baujahr allein sagt wenig über die Eignung. Das Fraunhofer ISE fand in seiner Messung keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Entscheidend sind Heizlast und Heizflächen. Was im Altbau zu prüfen ist, beschreibt der Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.

Häufige Fehler bei der Kostenplanung

Die folgende Liste ist unsere Zusammenstellung aus den Anforderungen der Förderung und den Ergebnissen der genannten Studien.

  • Angebote ohne Heizlastberechnung vergleichen. Ohne sie lässt sich nicht prüfen, ob die Gerätegröße passt, und ein zu groß gewähltes Gerät kostet mehr als nötig.
  • Vertrag ohne Förderbedingung unterschreiben. Nach dem Merkblatt 458 schließt ein Vertrag ohne aufschiebende oder auflösende Bedingung vor dem Antrag die Förderung aus.
  • Nur mit dem Durchschnittsstrompreis rechnen. Ihr Tarif und mögliche Netzentgeltreduzierungen ändern das Ergebnis deutlich.
  • Mit nur einer JAZ rechnen. Was eine Anlage erreicht, hängt von Vorlauftemperatur und Warmwasser ab; die Feldwerte reichen bei Luft-Wasser-Wärmepumpen von 2,6 bis 4,9. Rechnen Sie mit einer Spanne.
  • Warmwasser vergessen. Hohe Speichertemperaturen und eine ständig laufende Zirkulation erhöhen den Stromverbrauch spürbar.

Was sich bei Förderung und Preisen ändern kann

Mehrere Termine beeinflussen die Rechnung in den nächsten Jahren:

TerminÄnderung
01.02.2027Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 16 auf 12 %, Höchstbetrag der ersten Wohneinheit auf 27.250 €
1. Quartal 2027angekündigter Wertschöpfungsbonus: Grundförderung für außerhalb der EU gefertigte Wärmepumpen soll auf 15 % sinken
01.08.2028Klimageschwindigkeitsbonus entfällt, Höchstbetrag 25.000 €
ab 2029neue Gas- und Ölheizungen nach dem 29.07.2026 müssen biogene Anteile nutzen

Stand: Merkblatt 458, gültig ab 24. September 2026; KfW-Seite „Anpassungen 2026“; § 43 GModG; geprüft am 5. Oktober 2026.

Der Wertschöpfungsbonus ist bisher nur angekündigt. Einen verbindlichen Starttermin und die Regeln zum Nachweis der EU-Fertigung hatte die KfW bis zum 5. Oktober 2026 nicht veröffentlicht (KfW-Seite „Anpassungen 2026“). Fragen Sie im Angebot nach dem Herstellungsort. Wie sich Strom- und Gaspreise entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen; rechnen Sie deshalb mit mehreren Preisszenarien.

Fazit zu den Kosten einer Wärmepumpe

Die Wärmepumpe Kosten bestehen aus einer hohen, aber förderfähigen Investition und Stromkosten, die vor allem von der Jahresarbeitszahl abhängen. Mit 30 bis 70 % Zuschuss, im Ausnahmefall 80 %, sinkt der Eigenanteil deutlich; im Betrieb machen Heizkörper, Vorlauftemperatur und Warmwasser oft mehr aus als der Tarif.

Sinnvolle nächste Schritte: Verbrauch der letzten Jahre zusammentragen, Angebote mit Heizlastberechnung und gleichem Leistungsumfang einholen und Ihre Werte mit dem Wärmepumpen-Kostenrechner durchrechnen. Verbindliche Auskünfte zur Förderung gibt die KfW, zum reduzierten Netzentgelt Ihr Netzbetreiber.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?

Teilen Sie den jährlichen Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl. Ein Haus mit 18.000 kWh Wärmebedarf braucht bei einer JAZ von 3,1 rund 5.800 kWh Strom, bei 2,6 rund 6.900 kWh und bei 4,3 rund 4.200 kWh. Den Wärmebedarf schätzen Sie aus dem bisherigen Brennstoffverbrauch.

Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Einbau?

Eine amtliche Preisübersicht gibt es nicht; die Kosten hängen von Gerät, Heizlast, Aufstellort, Elektroarbeiten und nötigen Anpassungen der Heizkörper ab. Holen Sie mehrere Angebote mit gleichem Leistungsumfang ein. In unserem Beispiel rechnen wir mit angenommenen 32.000 € brutto vor Förderung.

Gibt es einen günstigeren Stromtarif für Wärmepumpen?

Viele Versorger bieten eigene Tarife an. Zusätzlich senkt der Netzbetreiber nach § 14a EnWG das Netzentgelt, wenn er die Wärmepumpe im Notfall dimmen darf. Nach Angaben der Bundesnetzagentur können Sie zwischen einer Pauschale und einer Reduzierung des Netzentgelt-Arbeitspreises auf 40 % mit separatem Zähler wählen.

Ist eine Erdwärmepumpe im Betrieb günstiger?

In der Regel ja, weil sie effizienter arbeitet. In einer Feldmessung des Fraunhofer ISE erreichten erdgekoppelte Anlagen im Mittel eine JAZ von 4,3, Luft-Wasser-Wärmepumpen 3,4. Dafür kostet die Erschließung der Wärmequelle mehr, und ob eine Bohrung genehmigt werden muss, klären Sie vorab mit der zuständigen Behörde.

Amtliche Quellen & Belege

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